Die onboard IGP (Integrated Graphic Processor) von FSC Esprimo E5600 basiert auf der SIS 761GX bzw. SIS 330 Mirage Grafikeinheit.
Diese benutzt einen einstellbaren Speicherbereich von 32 bis 128 MB Speicher vom normalen PC Speicher. Hierbei redet man einem UMA / shared memory Grafikspeicherkonzept.
Die originale FSC “Grafikkarte” mit DVI Anschluss
Im typischen Aufbau wie man aktuell die FSC Esprimo E5600 gebraucht kaufen kann, ist eine low profile Karte im PCI-Express Slot eingebaut. Hierbei handelt es sich nicht um eine Grafikkarte im klassischem Sinne, sondern um eine Bridgekarte, die über den PCI-Express-Bus die Grafikausgabe des Onboard-Grafikprozessors an einen DVI Ausgang sendet.
Hierbei handelt es sich um den SIS 307DV Chip, welcher auch klassische HDTV-Formate (1080i, 720p, PAL/NTSC encoding usw) ausgeben kann. Weitere Details dazu kann man bei SIS nachlesen.
Von einem Leser habe ich die Info bekommen, dass dank der DVI-Bridge ohne Probleme 2 Monitor parallel angesteuert werden können. In diesem Fall sollte man aber auf jeden Fall aktuellste Treiber verwenden.
Grafikunterstützung in Windows Betriebsystemen
Win2000 und WinXP (32 + 64 Bit)
Bei Windows 2000 und Windows XP, sollte man sich definitiv vorher eine CDRom mit allen wichtigen Treiber von herunterladen. Da die Fujitsu Siemens Webseite leider nicht die aktuellsten Treiber vorhanden hat, habe ich dazu eine spezielle Treiber-Seite erstellt.
Ohne die Treiber hätte man nur Standard-VGA mit 640×480 oder 800×600 zur Auswahl.
Mit den Treibern ist eine True-Color Auflösung bis 1600×1200 (Bei WinXP bis 2048×1536) möglich. Natürlich bringen auch neue Treiber keine 3D-Unterstützung. Fürs “Surfen”, Emails und Büroarbeiten ist es trotzdem ausreichend.
Windows Vista
Bei Windows Vista werden – zumindest nach aktuellem Stand von September 2009 – als einziges Windows Betriebsystem die korrekten Grafikkartentreiber mitgeliefert. Diese sind keine VESA, sondern echte SIS Treiber, sodass Windows Vista hier die einfachste Wahl ist.
Windows 7
Für Windows 7 gibt es leider original SIS Treiber mehr. Ganz so kritisch ist dies aber nicht, weil der Standard VESA-Treiber von Microsoft bei Windows 7 schon Auflösungen bis 1600×1200 hinbekommt und auch Truecolor-Farben erlaubt. Ganz generell war die Installation von Windows 7 auf dem Esprimo E5600 ein Kinderspiel, da jedliche Hardware perfekt erkannt wurde.
Generelle Infos zu den Windows-Betriebsysteme
Generelle Infos gibt es in weiteren Artikeln die über den FSC Esprimo E5600 Index erreichbar sind.
Grafikunterstützung bei Linux (Xorg + Co)
Leider entdeckt die automatische Xorg Geräteerkennung immer den SIS 662/761GX Chipsatz und benutzt den SIS-xserver. Dieser ist aber nur bedingt für den FSC Esprimo E5600 nutzbar, weil das System per UMA (shared memory) auf gemeinsamen Hauptspeicher zugreift und es dabei viele Grafikprobleme gibt.
Diese zeigen sich durch vertikale “Bandings” und zerstörte Grafiken. Je höher die Auflösung und die Systemlast ist, um so schlimmer werden die Grafikfehler.
Ein paar Details dazu liefert der Entwickler des SIS-xorg-Servers und er empfiehlt den Wechsel zu einer anderen Grafikkarte.
Man kann die Fehler etwas eindämmen, wenn man bei Auflösungen bis 1024×768 bleibt. Dort sind die Grafikfehler noch etwas sichtbar, aber es reicht zumindest für grundlegende Systeminstallationen (etwa um das System zu aktualisieren oder die Xorg-Konfiguration zu reparieren).
Lösungen gegen die Grafikfehler
1. Löschen des SIS-Xorg Treibers
Eine simpele Methode, die auch von unerfahrenen Linux-Benutzern genutzt werden kann ist das Löschen des SIS-Xorg Treibers über die Paket-Wahl der beliebigen Linux-Distribution.
Zunächst sucht man nach z.B. “xserver-xorg-video-vesa” und stellt sicher, dass dieser vesa xserver definitiv installiert ist. Wenn nicht, bitte jetzt installieren.
Dann sucht man nach z.B. “xserver-xorg-video-sis” (sollte “xserver-xorg-video-sisusb” installiert sein, sollte man das auch löschen). Diese SIS-xserver machen die Grafikprobleme, daher sollte man sie nun entfernen.
Hinweis: In den Paket-Installationstools der verschiedenen Linux-Distributionen können die Treiber unterschiedlich genannt werden. Daher sollte man ggf. mit den Schlüsselbegriffen “vesa” oder “sis” nach den Treibern suchen.
Jetzt sollte bei einem Neustart des Xservers (ggf. einfach Linux neustarten) die Grafikprobleme gelöst sein.
2. Korrekte Auswahl des Treibers in xorg.conf
Wer sich etwas besser mit Linux auskennt, kann einen sauberen Weg wählen und die xorg.conf direkt konfigurieren und dort den Vesa-Treiber eintragen. Hier muss nur sichergestellt werden dass der vesa xserver Treiber auch auch wirklich installiert ist. Daher sollte man auch in diesem Fall mit dem Paket-Installationstool der benutzen Linuxdistribution nach dem schlüsselwort “vesa” suchen und den benötigten xserver installieren.
Danach logged man sich als root ein bzw. nutzt den sudo Befehl und editiert: /etc/X11/xorg.conf
(z.B. # sudo vi /etc/X11/xorg.conf)
# xorg.conf (X.Org X Window System server configuration file)
#
# Edit this file with caution, and see the xorg.conf manual page.
# (Type "man xorg.conf" at the shell prompt.)
#
Section "InputDevice"
Identifier "Generic Keyboard"
Driver "kbd"
Option "XkbRules" "xorg"
Option "XkbModel" "pc105"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "mouse"
Option "CorePointer"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Configured Video Device"
Driver "vesa"
EndSection
Section "Monitor"
Identifier "Configured Monitor"
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Default Screen"
Monitor "Configured Monitor"
Device "Configured Video Device"
EndSection
Section "ServerLayout"
Identifier "Default Layout"
Screen "Default Screen"
InputDevice "Generic Keyboard"
InputDevice "Configured Mouse"
EndSection
3. Konfiguration mit GUI-Tools
Mit etwas Glück kann man auch den Vesatreiber per GUI-Tool konfigurieren. Da es aber zu viele unterschiedliche Linux-Distributionen gibt, muss man hier in den Handbüchern und Anleitungen schauen. Hauptsuchpunkt sollte da die Auswahl und Konfiguration des Xservers sein.
Bei Debian-basierten System (z.b. Debian, Ubuntu) kann auch ein dpkg-reconfigure des xorg-xservers helfen:
- sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg
Generelle Infos zu den Linux-Distributionen
Generelle Infos gibt es in weiteren Artikeln die über den FSC Esprimo E5600 Index erreichbar sind.
